Psychische, kognitive und emotionale Aspekte

Die Einflussfaktoren des Hundes auf den Menschen Physische und Physiologische Aspekte:


 

Wirkungsebene
Wirkungsspektrum
Herz- Kreislauffunktionen  Senkung des Blutdruckes und der Herzfrequenz,
Kreislaufstabilisierung 
Bewegungsapparat   Muskelentspannung, Abnahme von Spastik,
Besserung des Gleichgewichtes
Nervensystem   Ausschüttung von Endorphinen,
Änderung der Schmerzwahrnehmung
 Gesundheitsverhalten  Motorische Aktivierung, Training der Muskulatur,
Bewegung an frischer Luft, Förderung einer regelmäßigen Tagesstruktur
 Lebenspraktische Hilfe  Ersatz gestörter Sinnesfunktionen,
Führung und Leitung beeinträchtigter Personen
 
Psychische, kognitive und emotionale Aspekte:

Der Hund führt zu einer kognitiven Anregung und Aktivierung. Darunter versteht man das Aneignen von Wissen über die artgerechte Haltung, das Wesen, der Nahrung, sowie der Körperpflege. Ebenso führt der Umgang mit einem freundlichen großen Hund dazu, dass sich die Kinder ein Wissen über den richtigen Umgang mit diesen Tieren aneignen und sie auch in ihrer Freizeit auf diesen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Dadurch vermindert sich die Gefahr von potenziellen Zwischenfällen mit fremden Hunden, die aus falschem Verhalten von Kindern entstehen können.

  • Hundegestützte Arbeit kann zur Steigerung der emotionalen und sozialen Intelligenz führen, was gerade in der tiergestützten Pädagogik eines der Hauptanliegen ist. Dies geschieht beispielsweise durch Zärtlichkeit, Trost oder Zuwendung des Hundes gegenüber dem Schüler.

  • Hunde wirken aktivitätssteigernd, trainieren Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit und verbessern die Aufmerksamkeit der Schüler.

  • „Tiere sind Beziehungsprofis"- sie gehen Beziehungen ohne Einschränkungen ein, sie nehmen den Menschen so an, wie er ist, sie fragen nicht nach irgendeinem Krankheitsbild oder einer Akte. Der Schüler wird so angenommen und akzeptiert wie er ist. Dem Hund sind Aussehen, Schulnoten und Religionszugehörigkeit gleichgültig. Es hat keine Erwartungshaltung an die Schüler und so entsteht kein Erwartungsdruck oder Stress.

  • Ein Hund spiegelt seinem Gegenüber sehr schnell das eigene Verhalten wider. Möchte ich dem Hund ich dem Hund einen Befehl geben (Sitz, Bleib, Komm, das Überspringen von kleinen Hürden z. B.) muss ich mich auf das Tier einlassen und mich konzentrieren, ich muss seine Reaktion beobachten, mich selbst korrigieren und belohnen. Den Schülern machen solche Übungen Spaß und schulen neben Mimik und Gestik auch die Beobachtungsfähigkeit sowie einige Grundfertigkeiten wie Konzentration, Empathiebildung oder das Sprechen. Das Selbstbewusstsein steigt bei den Schülern, wenn der Hund eine Befehl von Ihnen ausführt, oder sie kleine Tätigkeiten für und mit ihm erfolgreich ausüben: Für Wasser sorgen, einmal bürsten, Leckerliesuche auf Befehl oder auf Lerngängen die Leine übernehmen.


Soziale Aspekte:
  • „Tiere fungieren als Katalysator für soziale Integration und Entwicklung von Sozialverhalten"- der Hund erleichtert den Einstieg in eine professionelle Beziehung. Wenn sich ein introvertierter Schüler seinem Lehrer nicht öffnet, kann ein Hund als Katalysator für menschliche Interaktionen fungieren.

  • Der Hund führt zu einer Verbesserung des Klassenklimas, er steigert die Aufmerksamkeit während des Unterrichtes, die Schüler werden ruhiger, das Aggressionspotential sinkt und verhaltensauffällige Kinder minimieren ihre negativen Verhaltensweisen. Allein durch die Anwesenheit eines freundlichen Hundes entsteht eine lockere freundliche Atmosphäre, körperliche und verbale Aggressionen gehen deutlich zurück.
    Abschließend kann man hierzu sagen, dass ein Hund an der Schule bedeutet, dass ein Stück Lebenswirklichkeit im Alltag stattfindet.

 

Kommunikation:
  • Über den Hund ergeben sich viele neue Kommunikationssituationen unter den Schülern und auch zwischen den Schülern und Lehrern. Besonders schüchterne oder ruhigere Kinder finden schnell einen Zugang zum Schulhund, da der Hund instinktiv auf die (Körper)- Sprache der Kinder reagiert: wenn sie klare Gesten einsetzen und ruhig sprechen, ist der Hund aufmerksam und lässt sich gerne von den Kindern streicheln oder bürsten. Im Gegenzug gefallen ihm lautstarke Auseinandersetzungen nicht. Beispielsweise bei einer körperlichen Auseinandersetzung kann es auch passieren, dass der Hund anfängt zu bellen.


Ethisches Verhalten und Rücksichtnahme:
  • Kinder lernen durch die Anwesenheit eines Hundes, dass jedes Lebewesen ein Recht darauf hat, freundlich behandelt zu werden. Der Umgang mit einem lebendigen Tier fördert die Rücksichtnahme und macht den Kindern bewusst, dass Tiere mitleidende Wesen sind, die respektiert werden wollen.


Schulhund und Hygiene:
  • Ein Schulhund erhöht das Gesundheitsrisiko für die Schüler nachweislich nicht. Trotzdem muss gewährleistet sein, dass der Hund rundum gesund ist. Dazu gehören alle Impfungen im vorgeschriebenen Intervall, regelmäßige Wurmkuren durchzuführen sowie Prophylaxe gegen Parasiten wie z. B Zecken. Unsere Schulhunde werden regelmäßig vom Tierarzt überprüft.
    Das Veterinäramt hat im Hinblick auf Schulhund und Hygiene eine Begehung der Örtlichkeiten durchgeführt und sie als gut erachtet. Auch wird das gesamte Gebäude täglich von unserem Reinigungsteam gepflegt. Grundsätzlich gilt, das nur der Schmutz in die Schule kommt, der auch mit jedem Mitarbeiter und von jedem Schüler und Schülerin mit den mit den Schuhen und der Kleidung in die Schule getragen wird.